Wiesgasse 1
9444 Diepoldsau
Telefon: (+41) 71 737 70 10
Telefax: (+41) 71 737 70 19
Kurze Geschichte der KEIM'schen Mineralfarben

- Adolf Wilhelm Keim

- Kaiserliches Patent von 1878 für Keim'sche Mineralfarben

- Originalmalereien aus 1900 in Basel...

- ...Schwyz

- ...und Zürich.

- Die Bewegung "die Farbige Stadt" in Zürich...

- ...und Berlin

- Die Keim’schen Mineralfarben befriedigen hohe...

- ...ökologische

- ...ästhetische

- ...und bauphysikalische Ansprüche.
Die im 19. Jh. aufkommende chemische Industrie begann ab etwa 1850 gezielt Farben zu ent- wickeln und insbesondere synthetische Pigmente herzustellen. Betreffend Bindemittel gilt die Silikattechnik als einzige wirkliche Neuerung des 19. Jahrhunderts und als Beginn der Mineral- farbentechnik.
Adolf Wilhelm Keim und die Silikatfarbe
Adolf Wilhelm Keim (1851-1913), ein gelernter Töpfer aus München, befasste sich im Anschluss an seine Lehr- und Wanderjahre intensiv mit der Chemie mineralischer Bindemittel und Pigmente. Die einzigartigen Eigenschaften von Kaliwasserglas als Bindemittel für Putze und Malereien bildeten den Ausgangspunkt seiner Forschungsarbeit. Flüssiges Kaliwasserglas in verdünnter Form – von Keim erstmals als „Fixativ“ bezeichnet – bildet an der Luft unter CO2-Auf- nahme eine amorphe Quarzstruktur: Es „verkieselt“.
Diese als Bindemittel eingesetzte Wasserglaslösung führt zu einer überaus stabilen Verbindung zwischen einem mineralischen Untergrund und den mineralischen Pigmenten bzw. Füllstoffen der Silikatfarbe. Resultat der Keim’schen Forschungsarbeit ist ein witterungsbeständiges, licht- echtes und säureunempfindliches Anstrichsmaterial mit einer unübertroffenen Farbbrillanz.
Der Forscher erhielt 1878 ein kaiserliches Patent für seine Keim’schen Mineralfarben, welche bei den damals beliebten Fassadenziermalereien neue Massstäbe bezüglich Beständigkeit, Colorit und Lichtreflexion setzten. Bald sprach man vom kristallinen Leuchten der Keim’schen Mineralfarben.
Anfänge in der Schweiz
Gerade in der Schweiz zeugen zahlreiche Originalmalereien aus der Jahrhundertwende von der Nachhaltigkeit der Keim’schen Technik (s. Rathaus Basel, Rathaus Schwyz, diverse Fassaden in der Luzerner Altstadt, Villa Patumbah in Zürich, Altstadt Stein am Rhein u.v.m.).
Bald lernte man die Vorzüge der Silikattechnik nicht nur in der Dekor-, sondern auch in der Flach- malerei schätzen. Etwas grobkörniger als die Künstlerfarben formuliert stellte Keim eine Zwei- komponenten-Fassadenmineralfarbe zur Verfügung. Diese ist heute noch jedem Fachmann unter dem Namen Keim-Purkristalat ein Begriff. Im Gegensatz zur damals verbreiteten Kalk- tünche lassen sich damit Fassaden in viel intensiveren Bunttönen gestalten.
Die farbige Stadt
Die neuen coloristischen Möglichkeiten der Mineralfarbe bildeten die technische Grundlage für die Architekturbewegung „Die Farbige Stadt“ der 1920er Jahre, ausgehend von Berlin, Wien, Hamburg, Stuttgart, Amsterdam und Zürich.
Die damals entstehenden Arbeitersiedlungen suchten sich von den weiss-grauen Bürgerbauten durch ihre zum Teil intensive Farbigkeit abzusetzen - Farbe auch als gesellschaftspolitisches Ausdrucksmittel. In dieser Zeit avancierte die Keim’sche Mineralfarbe zum Klassiker.
Keim’sche Farben heute
Mit dem Aufkommen der Kunstharze zu Beginn der 1960er Jahre und der damaligen Begeist- erung für die neuen Dispersionsfarben wurde es ruhiger um das Erbe Keims. Die Vorzüge der Mineralfarbe schätzten zu jener Zeit am ehesten Denkmalpfleger und Restauratoren, durch ihren Beruf der Nachhaltigkeit verpflichtet. Der Idee ihres Gründers blieb die Firma Keimfarben den- noch treu – trotz der Versuchung, mit Kunststofffarben im sich damals rasant entwickelnden Markt satt mitzuverdienen.
In ungebrochener Tradition pflegt das Unternehmen die Kultur der Mineralfarbe bis zum heutigen Tag, technisch den modernen Untergründen angepasst. Aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile sind die Keim’schen Mineralfarben inzwischen aus ihrer denkmalpflegerischen Nische wieder herausgetreten und finden überall da Anwendung, wo hohe ästhetische, gesundheitliche und bauphysikalische Ansprüche an Architektur und Farbe gestellt werden.
Erfolg in der Schweiz
Bereits ab 1885 importierte der Kunstmaler Christian Schmidt aus Zürich Keim’sche Mineral- farbe für die Schweiz und setzte sie hierzulande an diversen namhaften Objekten ein. So an der Fassade des Landesmuseums Zürich oder dem Rathaus und dem Haus „Pelikan“ in Stein am Rhein. Die Familie Schmidt hatte den Alleinimport während gut drei Generationen inne und legte mit ihrem wertvollen Engagement den Grundstein für den Bekanntheitsgrad und den Erfolg der Keimfarben in der Schweiz. Zwischen 1965 und 1989 wurden sie von verschiedenen Firmen importiert. 1989 gründete die deutsche KEIMFARBEN GmbH aus Diedorf bei Augsburg die Schweizer Niederlassung, die KEIMFARBEN AG in Heerbrugg. Vier Angestellte bildeten das Gründungsteam. Seither wächst und gedeiht die Keimfarben AG, und mittlerweile beschäftigt sie 17 Personen. Neben dem Hauptsitz, der inzwischen nach Diepoldsau verlegt worden ist, unter- hält die KEIMFARBEN AG heute auch vier Aussenstellen, in Zürich, Luzern, Bern und Basel. In den so genannten Baudialogen werden nicht nur Produkte vertrieben, sondern im Dialog mit allen Farbinteressierten Wege gesucht, um Farbe, Architektur und Kunst individuell und schön zu verbinden. In der Schweiz geht 2012 ein weiterer Meilenstein an den Markt, das Produkt KEIM Lignosil, die mineralische Beschichtung auf Holz.
Philosophie und Praxis
Wir Keim-Mitarbeiter sind der festen Überzeugung, dass nur das Bemühen um eine gute Idee eine redliche Geschäfts- und gesunde Lebensgrundlage bildet. Gemäss den Worten Adolf Wilhelm Keims: "Wir wollen arbeiten und streben, damit es besser werde auf Erden. Das Leben hat den Zweck, den wir in dasselbe zu legen vermögen. Wir wollen ihm einen schönen, erhab- enen Zweck geben." Andernorts fordert der Visionär Keim: "Es gilt, Missstände zu beseitigen und eine sichere, rationelle Maltechnik auf gesunder Basis zu begründen."
Diesen ideellen Ansprüchen werden die Keim’schen Mineralfarben voll gerecht. Es ist uns Keim-Erben ein zentrales Anliegen, das faszinierende Spektrum der Keim’schen Mineralfarben zu kultivieren und unseren Kunden zu eröffnen. So werden bei uns beispielsweise die Farbtöne noch heute von Hand auf der Basis von Volltonfarben, -schlämmen oder -lasuren gemischt. Hierbei kommen ganz bewusst weder die in der Branche üblichen Abtönautomaten noch Computersimulationen zum Einsatz; die Wirkung des Farbmaterials wird nicht beschnitten durch Codierung oder Digitalisierung. Mineralfarben lassen sich auf diese Art nicht definieren – man kann sie in ihrer Vielgestaltigkeit und Schönheit nur erleben. Dazu laden wir Sie herzlich ein; unsere Erfahrung gehört Ihnen.




