Wiesgasse 1
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Verschiedene Färbevermögen

Hier ist der Mischer mit seiner Handwerkskunst aber noch nicht am Ende. Denn der Kunde will heute aus Kostengründen kein Lager unterhalten. So ist er gezwungen nachzubestellen, denn er bestellt mit Vorsicht, dass ja nicht zuviel Farbe übrig bleibt. Die Nachbestellung wird dann mit der bereits vorhandenen Rezeptur erneut ausgemischt. Beim Vergleich mit dem vorhandenen Aufstrichmuster kann es durchaus möglich sein, dass die beiden Ausmischungen nicht hundertprozentig übereinstimmen. Beim Einfärben von Mineralfarben mit anorganischen Pigmenten sind Schwankungen im Färbevermögen des jeweiligen Pigmenttyps durchaus möglich. Je nach gelieferter Materialcharge sind Ocker, Rot, Schwarz etc. nicht immer gleich färbend. Da ist der Mischer erneut gefordert und muss seine zweite Mischung der ersten anpassen. Das kann dann hektisch werden, denn dieser Zusatzaufwand muss innerhalb des bestehenden Tagesgeschäfts erfolgen. Der Maler will nicht warten und hat einen Qualitätsanspruch auf seine Farbtonbestellung. Die Natürlichkeit der mineralischen Pigmente ist zwar gewünscht, aber die Tatsache, dass dadurch Schwankungen im Colorit und in der Färbequalität auftreten können, ist der Kundschaft nicht immer bewusst. Sie ist der Annahme, dass nur der Knopf gedrückt werden muss, und der Mischauftrag könne mit einem guten Profit erledigt werden. Vielleicht ist die Handwerkskunst bei der Farbapplikation etwas verloren gegangen, aber hinter einer pigmentierten Silikatbaufarbe steckt immer noch Handwerk.



